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    Solarkataster Rheinland-Pfalz – Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik und Solarthermie berechnen lassen

    In Rheinland-Pfalz gibt es rund 1,2 Millionen Wohngebäude. Allerdings sind nur rund 177.000 Dächer mit Solarmodulen belegt. Es besteht hier also noch sehr großes Potenzial zur Minderung der Abhängigkeit von fossilen Energien und zum Aufbau einer erneuerbaren Energiewirtschaft. Schon 2030 sollen 300.000 Anlagen in Betrieb sein, so hat es sich das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz zum Ziel gesetzt.

    Seit diesem Jahr steht nun das landesweite Solarkataster Rheinland-Pfalz zur Verfügung, um den Ausbau der Solarenergie voranzubringen. Es baut auf Daten zur Dachgeometrie aller rheinland-pfälzischen Dächer auf, die 2012 mit einem Flugzeug ermittelt wurden und auch Verschattungen durch Bäume und Schornsteine berücksichtigen. Mithilfe des Katasters kann sich jeder Hausbesitzer in Rheinland-Pfalz erkundigen, welchen Beitrag zur Energiewende sein Dach leisten und welchen Ertrag es erwirtschaften kann. Dabei lassen sich Photovoltaik-Anlagen genauso berechnen wie solarthermische Installationen zur Unterstützung der Heizung.

    Die Auslegung einer Photovoltaik-Anlage lässt sich als Schnellberechnung durchführen, wofür als Eingabedaten lediglich die Adresse, der Stromverbrauch und das Stromnutzungsverhalten des Haushalts notwendig sind. Der Online-Rechner gibt dann die optimale Anlage für das Dach aus, also eine Anlage mit möglichst hoher Jahresrendite und kurzer Amortisationsdauer. Es lässt sich aber auch eine konkrete Berechnung durchführen, bei der der Anwender zwischen verschiedenen Solarmodul-Arten wählen und die Anschaffung eines Stromspeichers oder eines Elektroautos berücksichtigen kann. Auch können konkrete Angaben zur gewünschten Anlagengröße oder zur Finanzierungsart gemacht werden.

    Das Solarkataster Rheinland-Pfalz ist unter folgender Adresse erreichbar:

    https://solarkataster.rlp.de/

    Grundsätzlich sollte eine Anlage möglichst groß ausgelegt werden. Zum einen sinken mit der Größe die Kosten pro Kilowatt installierter Leistung, zum anderen ist für eine erfolgreiche Energiewende die Nutzung möglichst großer Dachflächen notwendig, da nach allen Zukunftsprognosen des Fraunhofer Instituts die überwiegende Mehrheit der Energie in Deutschland aus den fluktuierenden, elektrischen Energiequellen Solar- und Windkraft entstammen soll. Gerade in Bezug auf Dach-Photovoltaik-Anlagen besteht hier ein großes Potenzial zur dezentralen Energieversorgung und zur Vermeidung von Flächenverbrauch und Flächenkonkurrenz: Je mehr PV-Anlagen auf Dächern installiert werden, umso weniger Windkraft-Anlagen und PV-Freiflächenanlagen sind auf Feldern notwendig. Werden zusätzlich Solarspeicher installiert, so kann auch der tages- und jahreszeitabhängigen Lieferung der Energie entgegengewirkt werden.

    Momentan sind in Deutschland 38 Gigawatt Leistung auf Süddächern installiert. Auf Ost- und Westdächern sind aktuell nur 15 Gigawatt installiert. Nach Angaben des Fraunhofer Insituts benötigen wir bis 2050 126 GW auf Süddächern und 149 GW auf Ost- und Westdächern.

    Das entspricht einem Wachstumsfaktor von 3,3 für Süddächer und 9,9 für Ost- und Westdächer. Daran kann man erkennen, dass speziell auf Ost- und Westdächern noch deutlich mehr Photovoltaik ausgebaut werden muss, um die zukünftige Versorgung sicherzustellen. Diese Wachstumszahlen sind übrigens durchaus zu erreichen. Von 2005 bis 2012 wurde die Solarenergie um den Faktor 16 ausgebaut. Von 2010 bis 2020 wurde die Solarenergie dann noch verdreifacht. Man sieht also, dass die oben genannten Wachstumsfaktoren in deutlich kürzeren Zeiträumen erreicht werden können - es muss in Politik und Bevölkerung nur der entsprechende Wille vorhanden sein.

    Da der Solarrechner prinzipiell auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet ist, wird er in den meisten Fällen eine Photovoltaik-Anlage ermitteln, die aus Klimaschutz-Sicht eher unterdimensioniert ist. Es sollte daher jeder Hauseigentümer entscheiden, ob nicht auch eine größere Anlage interessant ist, die vielleicht in Bezug auf die relative Jahresrendite nicht die wirtschaftlichste Option ist, aber in absoluten Zahlen einen höheren Ertrag nach 20 Jahren abwerfen kann und einen größeren Beitrag zum Klimaschutz leistet.

    Jedoch muss auch gesagt werden: Jede Anlage ist besser als gar keine Anlage, egal wie klein sie ist. Jedes installierte Photovoltaik- oder Solarthermie-Modul leistet einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Gestaltung der Energiewende und damit zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz.



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